Herkunft

Johanniskraut in der Geschichte

Das Johanniskraut begleitet die Menschen schon seit Langem. Bereits in der Antike unterschied der griechische Arzt Dioskurides vier verschiedene Johanniskraut-Arten, die bei unterschiedlichen Krankheiten eingesetzt werden sollten. Ungefähr zur gleichen Zeit, ebenfalls im 1. nachchristlichen Jahrhundert, fand das Johanniskraut auch Eingang in die „Naturgeschichte“ des römischen Naturforschers Plinius des Älteren. Er erwähnt es als Mittel gegen Verbrennungen.

Die wohltuende Wirkung des Krauts auf die Psyche entdeckte man jedoch erst im „dunklen Mittelalter“. Damals dachte man, Depressionen und andere psychische Erkrankungen seien die Folge dämonischen Treibens. Diesem Umstand verdankt das Johanniskraut auch seinen volkstümlichen Namen Teufelsflucht, Walpurgiskraut, Teufelskraut und Hexenkraut. Im lateinischsprachigen Mittelalter hieß es deshalb auch fuga daemonum (Teufelsaustreiber).

Paracelsus verwies um 1525 darauf, dass Johanniskraut gegen „melancholische“ Stimmungen helfe. Gut 100 Jahre später fand das Kraut Eingang in das Kräuterbuch „Botanica in originali“ des Erfurter Medizin- und Botanikprofessors Johann Hieronymus Kniphof.

Doch als im 19. Jahrhundert die chemische Medizin ihren Siegeslauf begann, geriet Johanniskraut mehr und mehr in Vergessenheit.

Zu einer „Wiederentdeckung“ des Johanniskrauts kam es erst in den 1930er Jahren. 1941 erfolgte die Aufnahme der Heilpflanze in das Ergänzungsbuch des Deutschen Arzneibuches. Schon in der folgenden Auflage wurde es jedoch wieder entfernt. Seit 1979 ist das Johanniskraut nun ein fester Bestandteil des Deutschen Arzneimittelkodexes. Heute findet es gerne bei der Behandlung seelischer Verstimmungen Verwendung.

Paracelsus verwies um 1525 darauf, dass Johanniskraut gegen „melancholische“ Stimmungen helfe.