Was tun gegen depressive Verstimmungen?

Die Therapiemöglichkeiten bei depressiven Verstimmungen sind vielfältig.  Die beiden Hauptsäulen der Behandlung bilden die Psychotherapie und die medikamentöse Behandlung. Auf welche dieser beiden Komponenten der Behandlungsschwerpunkt gelegt wird, ist abhängig von der Art und dem Schweregrad der Erkrankung.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl ergänzender therapeutischer Verfahren, wie z. B. Entspannungsverfahren.

Welche Therapien und unterstützenden Behandlungsmethoden im Einzelfall sinnvoll sind, kann gemeinsam mit Ihrem Arzt entschieden werden.

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Pflanzliche Medikamente bei depressiven Verstimmungen

Neben chemisch-synthetischen Antidepressiva sind Medikamente aus Johanniskraut inzwischen fester Bestandteil der medikamentösen Behandlung von depressiven Verstimmungen.

Johanniskraut-Arzneimittel werden eingesetzt zur Behandlung von leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen. Die Inhaltsstoffe von Johanniskraut (u.a. Hyperforin) wirken positiv auf Botenstoffe im Gehirn, die für unsere Stimmungslage verantwortlich sind. So können Johanniskraut-Arzneimittel helfen, das Stimmungstief zu überwinden und wieder aktiver zu werden.

Qualität von Johanniskraut-Präparaten

Es lohnt sich, bei der Wahl eines Johanniskraut-Präparates auf die Qualität eines apothekenpflichtigen Arzneimittels zu setzen.

Bei pflanzlichen Ausgangsmaterialien von Arzneimitteln besteht die Herausforderung darin, immer die gleiche Qualität zu erzielen. Das Inhaltsstoffspektrum des pflanzlichen Ausgangsmaterials ist variabel.
Erst durch komplexe Verfahren werden Arzneimittel produziert, die eine immer gleiche Qualität und Gehalt an relevanten Inhaltsstoffe haben.
Deshalb können sich Johanniskraut-Extrakte unterschiedlicher Hersteller in ihrer Zusammensetzung und auch in Wirkung und Wirksamkeit deutlich unterscheiden.

Pflanzliche Arzneimittel aus der Apotheke unterliegen strengen rechtlichen Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes. Neben geprüfter Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ist die pharmazeutische Qualität des Arzneimittels ein Hauptkriterium für die Zulassung des Arzneimittels.

Produkte, die in der Drogerie / Supermarkt erhältlich sind, wo die Beratung durch den Apotheker fehlt, sind aus Sicherheitsgründen niedrig dosiert und entsprechen nicht immer den strengen Anforderungen eines apothekenpflichtigen Arzneimittels.

Wo erhalte ich Hilfe bei depressiven Verstimmungen?

Sollten Sie oder eine ihnen nahestehende Person aktuell unter einer depressiven Verstimmung leiden,  können Sie Rat und Hilfe bei folgenden Ansprechpartnern suchen:

In akuten Krisensituationen können Sie mit folgenden Ansprechpartnern Kontakt aufnehmen:

  • Ärztlicher (psychiatrischer) Bereitschaftsdienst – bundesweite Telefon-Nummer: 116 117
  • Telefonseelsorge
    www.telefonseelsorge.de
    anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222 bzw. www.telefonseelsorge.de
  • Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“
    www.nummergegenkummer.de
    kostenlose Beratung von Mo bis Fr 15.00 bis 19.00 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer: 0800 - 111 0 333

Arztbesuch bei depressiven Verstimmungen

Wenn Sie über einen Zeitraum von zwei Wochen dauerhaft niedergeschlagen sind und weitere typische Symptome einer depressiven Verstimmung an sich beobachten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch wenn sich Ihr Krankheitsbild während der Behandlung verschlimmert oder nach 4 Wochen keine Besserung eintritt, müssen Sie einen Arzt aufsuchen.

Die erste Anlaufstelle kann gewiss der Hausarzt sein. Er kann mit Ihnen über die weitere Vorgehensweise sprechen und Ihnen ggf. Fachärzte in der Umgebung nennen.

Der Selbsttest kann Ihnen helfen, die Symptome besser einzuschätzen. Das Ergebnis kann auch das Arztgespräch unterstützen.