Depression - das Herz weint mit

Karlsruhe, den 06.10.2004. Morgen ist der "European Depression Day".
Ein typischer Patient beim Hausarzt: ihn quälen Herzschmerzen und nun befürchtet er, ernsthaft krank zu sein. Vielleicht war er auch schon bei mehreren Ärzten, doch EKG und Co. blieben stumm. Diese Ergebnislosigkeit kann den Patienten verzweifeln lassen. Genauso wie den Arzt.

Hinter etwa der Hälfte der Herzschmerz-Symptome, die dem Arzt präsentiert werden, vermuten Experten in Wahrheit eine Depression. Eine depressive Verstimmung kann im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen gehen. Der Herzschmerz verschleiert dann das eigentliche Grundleiden bis zur Unkenntlichkeit. Wird der Patient dann beim Arzt vorstellig und schildert nur seine körperlichen Symptome, beginnt meist eine Ursachensuche ohne Ergebnis. Denn wirklich herzkrank im organischen Sinn ist der Betroffene in der Regel nicht.

Wenn das Herz sich nicht mehr anpassen kann, gerät es ins Stolpern

Wenn wir uns freuen, tun wir dies von Herzen. Wenn wir traurig sind, wird das Herz uns schwer. Nach einem Dauerlauf schlägt das Herz "bis zum Hals", und im Entspannungskurs verlangsamt sich sein Schlag und wir werden gaaanz ruhig. In dieser als "Herzratenvariabilität" bezeichneten Eigenschaft des Herzens sehen Fachleute einen wichtigen Indikator für Gesundheit, und nach neuesten Erkenntnissen für "versteckte" Depressionen. Denn bei Menschen, die depressiv verstimmt sind passiert - nichts. Ihr Herz kann sich nicht mehr so einfach auf die "Lebensschwankungen" einstellen. Körper und Seele fühlen sich gleichermaßen eingezäunt. Die depressive Verstimmung beraubt den Betroffenen nicht nur seine Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in Beruf und Familie, sondern auch seiner Lebenserwartung.

Depressionen sind gut zu behandeln

Es ist wichtig, eine Depression zuverlässig und rechtzeitig zu erkennen. Denn dann kann sie sehr gut behandelt werden. Gerade bei depressiven Patienten, die mit körperlichen Symptomen zum Arzt kommen, hat sich eine Therapie mit hoch dosiertem Johanniskraut-Extrakt (z.B. Neuroplant®, nur in der Apotheke) bewährt. Johanniskraut-Extrakt hat wenig bis fast keine Nebenwirkungen. Wer bereits mit körperlichen Beschwerden zum Arzt kommt, sollte nicht zusätzlich durch Nebenwirkungen, wie sie synthetische Antidepressiva hervorrufen können (zum Beispiel Störungen des Magen-Darm-Traktes oder Mundtrockenheit), belastet werden.

Depression: Wenn die Signale gestört sind...

Bei einer Depression ist der Nervenstoffwechsel im Gehirn aus den Fugen geraten. Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, die normalerweise dafür sorgen, dass Nachrichten und Gefühle blitzschnell von einer Nervenzelle zur nächsten transportiert werden, sind in ihrer Menge verringert. Die Signalübertragung ist gestört - die Symptome einer Depression sind die Folgen einer solchen Störung. Eine Depressionsbehandlung ist immer langfristig zu betrachten, denn es braucht seine Zeit, bis die Botenstoffe wieder ausreichen und dieser Zustand auch stabil bleibt. Im ersten Schritt gilt es, den Patienten aus der Depression heraus zu holen. Dann folgt die so genannte Erhaltungsbehandlung, die Stabilisierung des Neurotransmitter-Gleichgewichts. Diese zweite Behandlungsphase ist wichtig, damit es nicht zu Rückfällen kommt und sollte über vier bis sechs Monate durchgehalten werden.

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