Steckbrief Johanniskraut

Daten und Fakten

  • Botanische Bezeichnung: Hypericum perforatum 
  • Klasse: Rosiden 
  • Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales) 
  • Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae) 
  • Gattung: Johanniskräuter (Hypericum) 
  • Art: Echtes Johanniskraut
  • Verbreitungsgebiet: heimisch in Europa, Westasien, Nordafrika, eingebürgert in Nord- und Südamerika, Ostasien und Australien

Das Echte Johanniskraut, auch bekannt unter den Namen Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu, Tüpfel-Johanniskraut und Echt-Johanniskraut, ist eine beliebte Heilpflanze.

Man unterscheidet 4 Varianten des Echten Johanniskrauts:

  • das Gewöhnliche Echte Johanniskraut (var. perforatum)
  • das Breitblättrige Echte Johanniskraut (var. latifolium) mit breiteren Blättern und größeren Blüten
  • das Schmalblättrige Echte Johanniskraut (var. angustifolium) mit kleineren Blüten und schmaleren Blättern
  • das Kleinblättrige Echte Johanniskraut (var. microphyllum) mit kleineren Blättern und ebensolchen Blüten

In Europa sind die vier oben genannten Arten die am häufigsten anzutreffenden Hypericum-Arten. Von den weltweit 350 Hypericum-Arten gibt es in Europa gerade einmal 9.

Von Juni bis August steht das Johanniskraut in voller Blüte. Im Licht der Sommersonne leuchten die goldgelben Blütenblätter weithin sichtbar. Besonders an sonnigen Plätzen, wie etwa an Weg- und Wiesenrändern, finden Spaziergänger die wild wachsende Pflanze. Allerdings wächst Johanniskraut längst nicht mehr nur wild. Unter anderem als Heilpflanze wird Johanniskraut auf ganzen Feldern angebaut, die sich dann wie ein regelrechtes Blütenmeer erstrecken.

Johanniskraut erreicht eine Höhe von 50 bis 100 Zentimetern. Die gelben Blütenblätter enthalten einen dunkelroten Saft, der früher zum Färben verwendet wurde. Mit bloßem Auge kann man die Ölkammern sehen, wenn man die Blätter der Pflanze gegen das Licht hält. Es handelt sich bei ihnen um die hellen Punkte, durch die das Blatt aussieht, als wäre es durchlöchert, und dem es auch die Bezeichnung perforatum verdankt.

Der deutsche Name Johanniskraut ist dem Johannistag, dem 24. Juni, entlehnt, dem Feiertag von Johannes dem Täufer. Ungefähr um dieses Datum herum beginnt das Johanniskraut zu blühen. Wie das traditionellerweise an diesem Tag entzündete Johannisfeuer symbolisiert auch die Pflanze die lebensspendende Kraft der Sonne.
Im medizinischen Bereich erfährt vor allem die Blüte Hochschätzung. Sie enthält die Inhaltsstoffe, die gegen Stimmungstiefs Verwendung finden.

Schon früh begannen die Menschen, sich für die leuchtend gelbe Pflanze zu interessieren. In vielen Mythen und Sagen kommt sie vor, doch auch als Heilpflanze war sie schon frühzeitig bekannt. Der griechische Arzt Dioskurides empfahl das Johanniskraut schon im 1. Jahrhundert n. Chr. als Mittel zur Wundbehandlung. Lange Zeit wurde die Pflanze vor allem äußerlich verwendet, doch im Mittelalter entdeckte man schließlich ihre Wirkung auf das Gefühlsleben. Bei Paracelsus findet man den Hinweis, dass Johanniskraut ein starkes Mittel gegen die „melancholischen Gedanken“ sei. Die Annahme früherer Zeiten, Johanniskraut wirke, indem es böse Dämonen aus den Körpern der Menschen treibe, überzeugt heute nur noch wenige. Die komplexe Wirkweise des Krauts ist inzwischen medizinisch gut erforscht. Einige Einzelheiten harren jedoch noch darauf, durch den Forscherdrang erschlossen zu werden.